Mittwoch, 3. Dezember 2014

Ohne eigenes Kind keine gute Erzieherin?

Nach langer Zeit melde ich mich endlich wieder zurück.
Und zwar mit im Titel gestellter Frage.
Bisher hatte ich nie Probleme mit Eltern, dass sie mich nicht ernstgenommen haben, nur weil ich selbst noch keine Kinder habe. 
Doch jetzt ist es tatsächlich eingetreten, dass explizit eine Kollegin von mir zum Gespräch gebeten wurde, weil diese ja selbst Mutter sein und damit bestimmt einiges besser verstehen würde.
Bitte?!
Also grundsätzlich kann ich das nachvollziehen und ich weiß auch, dass ich das nicht persönlich nehmen sollte, aber im ersten Moment hat es mich wirklich gewurmt.

Heißt das im Umkehrschluss, dass ich nicht genug Verständnis aufbringen? Nicht genug Erfahrung mit Kindern habe? Nicht empathisch genug bin? Schlicht keine gute oder vollständige Erzieherin bin?
Ich muss zugeben, dass ich das nicht ganz nachvollziehen kann und es auch sehr schade finde, dass man in seinem Beruf nach dem Privatleben beurteilt wird.

Wie sieht das aus, habt ihr ähnliche Erfahrungen wie die Mutter gemacht?
Sehe ich das zu subjektiv und kann das tatsächlich nicht verstehen?
Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Einschätzungen!

Kommentare:

  1. Nee, das siehst du meiner Meinung nach völlig richtig. Wir sind ausgebildet, haben uns bewusst für unsere Berufe entschieden, da ist es meiner Meinung nach nicht schlimm, wenn noch keine eigenen Kinder da sind, so wie in deinem Falle. Oder meinst du, der Mutter wäre es lieber, wenn du nach dem Abi mit 19 Mama gewordern wärst, nur damit du nach der Ausbildung schon ein Kind hast???? Und wovon bitte schön, soll man sein Kind/ seine Familie ernähren, wenn man nicht schon arbeiten geht, bevor die Kinder kommen?

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  2. Das habe ich mir eben auch gedacht und ich finde manchmal kann man Dinge doch besser betrachten, wenn man die emotionale Mutterseite nicht hat..aber das kann natürlich auch nur meine eigene Erfahrung sein. Ich denke beides hat Vor- und Nachteile, allerdings finde ich nicht, dass Kinder für soziale Berufe ein Muss sind..

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  3. Man kann auch ohne eigenes Kind eine gute Erzieherin/Lehrerin sein. Man ist nicht automatisch besser darin, wenn man eigene Kinder hat.

    Und vergiss nicht, nur weil man Kinder hat ist man noch lange keine gute Mutter!

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  4. Wir hatten früher eine Leiterin im Kiga, die genau das behauptet hat und natürlich
    war ich als junge Erzieherin sehr empört darüber.Aber auch heute, seit ich
    Kinder habe, kannich das nicht bestätigen.Schliesslich lernen wir unseren Beruf
    jahrelang und sammeln immer mehr Erfahrung.Das Einzige, das sich bei mir etwas geändert hat, ist, dass ich heute manchmal etwas mehr Verständnis für die Sorgen
    der Eltern habe.Obwohl mir das auch früher nicht ganz abging und in erster Linie sind wir ja auch für die Kinder da.
    Viele Grüsse, Claudia
    t

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  5. Ich finde es immer ein komisches Argument zu sagen, dass man sich etwas nicht vorstellen kann, nur weil man es nicht selbst erlebt hat. Das gilt vielleicht wirklich für manche, aber auf keinen Fall für jeden. Es gibt durchaus Menschen ohne Kinder, die sich mehr reinfühlen können als welche mit. Also von daher: du bist mit Sicherheit eine total gute Erzieherin auch ohne eigenes Kind! :)

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